Familie Glaser

Curt (1873-1952) und Hedwig Glaser (1882-1975) lebten seit 1932 in der Villa in der General-Litzmann-Allee 4 (heute Max-Sabersky-Allee 4). Der gelernte Apotheker Curt war nach seiner Heirat in das Berliner Möbelgeschäft seines Schwiegervaters Wilhelm Bursch eingestiegen. Im Jahre 1939 wurde das Ehepaar aus seinem Haus, das verkaufen musste, vertrieben und musste auf dem Grundstück im Gartenhaus wohnen. Zuletzt aber gelang es ihm, Deutschland am 5. Juni 1941 über Portugal in Richtung New York zu verlassen. Die beiden Söhne Hans (1905-1977) und Günter (1917-2005) emigrierten kurz nach der Reichspogromnacht zuerst nach Schweden und ein Jahr später nach New York.

Familie Dreyfuss

In der Villa des Berliner Großhandelsunternehmers für Polstermöbel, Wilhelm Bursch (1852-1926), wohnten auch die Schwestern Hedwig Glasers, Gertrud Dreyfuß (1885-1960) und Valeska David (1881-1933). Die Erstere war verheiratet mit dem Kaufmann Alfred Dreyfuß (1876-1941), die Letztere mit Georg David (1870-1959), der in das Möbelgeschäft seines Schwiegervaters einstieg und seit 1910 als Inhaber fungierte. Das Ehepaar Dreyfuß hatte drei Kinder namens Ernst (1913-1963), Hans (1921-1980) und Fritz (*1914).

Familie David

Die Davids, die in Teltow seit ca. 1930 lebten, hatten zwei Söhne namens Heinz (1903-1955) und Werner (1909-1963). Alfred Dreyfuß entkam nach einer Haftzeit in Berlin mit seiner Ehefrau im Jahre 1940 in die USA. Ihre Söhne Ernst und Fritz flohen nach der Reichspogromnacht ins Ausland. Deren jüngerer Bruder Hans gelangte 1939 mit einem Kindertransport nach England. Georg David emigrierte im Jahre 1939 nach New York, wogegen seine beiden Söhne schon vorher Deutschland verließen. Der studierte Jurist Heinz David ging 1936 über die Schweiz nach New York, wo er später als Patentanwalt arbeitete. Sein Bruder Werner folgte ihm ein Jahr später.

Ernestine Gumpert

Ernestine Gumpert, geborene Heidemann, war die Ehefrau des 1931 verstorbenen Futtermittelhändlers Leopold Gumpert. Nach dem Tod ihres Mannes lebte sie mit ihrer Haustochter Else Thiemes, ab 1935 verheiratete Brademann, in ihrem Haus in der Lindenstraße 39 (heute Potsdamer Straße 69). Bald bekam sie die Drangsalierungen des NS-Regimes zu spüren. Sie mied die Öffentlichkeit und wurde vom Ehepaar Brademann versorgt und beschützt. In der Reichspogromnacht 1938 wurde das Geschäft ihres Mannes durch eine Tafel mit der Aufschrift Jude gebrandmarkt. Als Dank für den mutigen Einsatz ihrer Mitbewohner vererbte sie ihnen Haus und Grundstück. Schließlich wurde Ernestine Gumpert Anfang Mai 1943 von ihrer Wohnung aus nach Berlin in das Sammellager Große Hamburger Straße gebracht. Mit dem 90. Alterstransport gelangte sie am 28. Mai 1943 ins KZ Theresienstadt, am 23. Oktober 1944 nach Auschwitz, wo sie umkam.

Walter Zehden


Der aus Landesberg an der Warthe stammende Kartoffelhändler Walter Zehden lebte von 1934 bis 1938 mit seiner nichtjüdischen Ehefrau Marie, geborene Großpietsch, in einem Landhaus in der Kleiststraße 13. Nach der Reichspogromnacht wurde er am 22. November 1938 verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht, aus dem er fast zwei Monate später wieder entlassen wird. Damit sein Hausgrundstück wegen seiner Mischehe von der Stadt Teltow nicht weggenommen wurde, übertrug er es 1941 seiner Frau als Schenkung. Im November 1941 wurde er wegen seines Gallenblasenkrebses ins Jüdische Krankenhaus in Berlin eingeliefert. Dort verstarb er am 5. Dezember desselben Jahres und wurde auf Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee ohne Namenshinweis im Grab seiner Eltern beigesetzt.


Martin Baumann


Martin Baumann stammte aus Müncheberg, wo er Betriebsleiter einer Kartoffelflockenfabrik war, die 1937 als jüdischer Besitz enteignet wurde. Anfang 1938 lebte er mit seiner Familie zunächst in Berlin, wenig später in Teltow wegen Geschäftsbeziehungen bei Walter Zehden. Am 2. März 1940 wurde Baumann in das KZ Sachsenhausen deportiert. Im gleichen Jahr, am 16. September 1941, kam er ins KZ Dachau, wo er schließlich am 30. Juni 1941 starb.